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Archive - Florian Fiegel
25.03.2008 12:16

Sven Regeners Neue Vahr Süd

So, nun habe ich gestern auch Neue Vahr Süd zu Ende gelesen. Es ist der zweite Roman von Sven Regeners Lehmann-Trilogie. Ein gutes Stück umfangreicher noch als der erste Teil erzählt Neue Vahr Süd über die Zeit bevor Frank Lehmann nach Berlin zog und wie es dazu kam.

Der Umstand einer verschwitzten Verweigerung und das damit einhergehende Ableisten der Wehrpflicht werfen Franks Leben durcheinander. Mehr im Affekt zieht er bei den Eltern aus und landet in einer chaotischen Wohngemeinschaft mit ehemaligen Schulkameraden und einem Ex-Genossen dieser beiden. Während Frank innerhalb der Woche die Zeit beim Bund ableistet und sich mit den eigenen Gedanken und Problemen herum schlägt, tragen die teilweise wechselnden Mitbewohner ihre Streitigkeiten aus und üben die Revolution. Das Ende des Durcheinanders löst sich dann in der Entscheidung zu seinem Bruder nach Berlin zu fahren und dort heimisch zu werden.

Wer immer schon mal wissen wollte, warum Herr Lehmann nach Berlin zog, wie sein Leben vorher ausgesehen und er eigentlich Karl kennen gelernt hat, für den ist Neue Vahr Süd wirklich eine Pflichtlektüre. Mit einer gehörigen Portion lebendiger Absurdität und ungemindertem Humor schreibt Sven Regener die Geschichte um Herrn Lehmann mit ihrem Beginn weiter.

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17.03.2008 13:39

Sven Regeners Herr Lehmann

Gestern habe ich es endlich geschafft Sven Regeners "Herr Lehmann" bis zum Ende durchzulesen. Der Roman ist zwar schon einige Tag älter, um genau zu sein wurde dieser 2001 veröffentlicht, aber das soll dem Ganzen keinen Abbruch tun, denn Sven Regener hat auf der diesjährigen lit.cologne aus dem dritten und letzten Teil der Herr-Lehmann-Trilogie gelesen und mir war es vorher, so muss ich zu meiner Schande gestehen, nicht bekannt.

Der Roman spielt 1989, das Jahr des Mauerfalls, in West-Berlin. Herr Lehmann, eigentlich mit Vornamen Frank wird in diesem Jahr 30 Jahre alt und wird deshalb von allen nur Herr Lehmann genannt. Die Handlung beginnt einige Wochen vor seinem Geburtstag auf dem Heimweg, von der Kneipe in der Herr Lehmann arbeitet, mit einem Hund, der ihn nicht vorbeilassen will und den Beginn einer komischen Absurdität kennzeichnet. Die Geschichte setzt sich mit der Nachricht der Mutter über einen baldigen Besuch und die Begegnung mit Kathrin fort, die seinen Hormonhaushalt durcheinander wirft. Nach dem Besuch der Eltern beginnt sich die Geschichte tragisch zu entwickeln. Eine missglückte Grenzüberschreitung nach Ost-Berlin und vorher schon angedeutete Probleme seines Freundes Karl finden einen Höhepunkt an seinem Geburtstag, dem Tag der Maueröffnung. Deren Geschehnisse von ihm wenig wahrgenommen werden und an der vorgehenden Geschichte zerbröckeln.

Die Geschichte von Herrn Lehmann führt den Leser durch die verschiedensten Gefühlszustände vom herzhaften Lachen bis zur tiefen Nachdenklichkeit. Es lohnt sich jedenfalls für jeden einige Stunden zu riskieren und sich das Buch anzulesen, man wird es nicht bereuen.

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