[Blogparade] Was ich tue ist Kunst
Die Blogparade des Kunstkurs Online widmet sich dieser Aussage und ich konnte nicht umhin auch meinen Beitrag zu leisten. Denn grundsätzlich muss man sich natürlich auch fragen: "Was ist überhaupt Kunst?" Als Student beschäftige ich mich in der Literaturwissenschaft, aber auch in der Philosophie öfters mit dieser und ähnlichen Seins-Fragen und könnte jetzt weit ausholen, aber ich bleibe einfach mal auf dem Teppich.
Gehen wir mal vom üblichen Kunstverständnis aus, danach tue ich eigentlich nichts künstlerisches. Ich male nicht, ich musiziere nicht, ich schreibe aktuell auch nichts der allgemeinen Kunst angemessenes. Also mache ich selbst keine Kunst, zumindest nicht nach dieser Auffassung.
Generell galt und gilt bis heute einiges mehr als Kunst. Die Fähigkeit zu schreiben, war früher eine Kunstfertigkeit. Ebenso das Denken, denn die Kunst des beharrlichen und logischen Denkens will gelernt sein. Auch die Wissenschaft ist in ihrer Weise eine Kunst. Auch soziale Fähigkeiten können zu einer Kunst avancieren. Die Kunst der Diplomatie, der Wandlungsfähigkeit. Vieles jedenfalls lässt sich zur Kunst hochstilisieren.
Ich möchte aber keine dieser Künste für mich beanspruchen, denn ich gehöre nicht zu den Spezialisten in einem Fachgebiet, sondern eher zu denen die ein breites Wissen pflegen und vieles parallel betreiben. Ich assimiliere extrem schnell neue Techniken und adaptiere neue Denksysteme und Konstrukte. Aber ich sehe das noch nicht als Kunst.
Als meine Kunst würde ich eher noch die Lebenskunst zählen, denn irgendwie habe ich es immer geschafft zu leben. Auf meine Weise und in meiner persönlichen Welt. Das einzige Kunstwerk das ich tatsächlich schaffe ist mein Leben, so wie jeder andere auch. Meine Biografie ist mein persönliches Kunstwerk und meine Identität.
Bin also nicht auch ich das Kunstwerk als das Werk meines Schaffens und Wirkens? Ich denke schon und verstärkend würde ich hinzunehmen, dass ich auch mich selbst darstelle. Nicht in der Weise, dass ich einfach nur bin was ich bin, sondern das ich mich so zu konstruieren suche wie ich mich gerne hätte. Die Erfüllung des Selbstbildes ganz gezielt anzustreben und dieses zu Formen ist eben auch eine künstlerische Tätigkeit.
So sind wir am Ende doch eigentlich alle Künstler oder etwa nicht? Ich denke nicht, denn wie sagte mal jemand: "Kunst ist, wenn der Künstler sagt es ist Kunst." Daraus folgt, dass der Künstler sich eben auch als solcher verstehen muss. Am Ende heißt es also wenn mein Selbstverständnis mir sagt: "Was ich tue ist Kunst!" dann bin ich ein Künstler.
Das führt zurück zur eigenen Definition von Kunst. Zur subjektiven Weltsicht und dem subjektiven Verständnis der Welt. Und nach meiner Definition gibt es viele Künste und auch eine Lebenskunst. Ich begreife mich selbst absolut bewusst als Kunstwerk und als Künstler und begreife auch diese bewusste Handlung als Kunst.
Am Ende bleibt mir noch eines: Kunst? Denkt ihr dann auch immer an künstlich? An etwas bewusst Erzeugtes, etwas das gewollt unnatürlich ist? Etwas das so verändert wird, dass es ganz spezifisch aus dem Rahmen fällt?









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3 Kommentare
Auf jeden Fall bist du ungemein aktiv im Web.
Zumindest sofern das eben möglich und sinnvoll ist … Auch ein Teil der Kunst.
...ich und das Pyramiding als Kunst. Was es damit genau auf sich hat, lest Ihr am besten selbst nach .
Blog-Artikel von Florian Fiegel
Florian, Student der Literaturwissenschaft und Philosophie, bezeichnet seinen Weg sich durchs Leben...